Berlin bietet nahezu jede denkbare Möglichkeit, sich zu bewegen. Fitnessstudios, Laufgruppen, Yoga, Kampfsport und zahlreiche andere Angebote gehören längst zum Alltag der Hauptstadt. Wer Bewegung allerdings mit Musik, Kreativität und neuen Leuten verbinden möchte, landet früher oder später beim Tanzen. Dabei muss niemand bereits als Kind Ballettunterricht gehabt haben oder Choreografien auswendig können. Die Berliner Tanzszene ist heute wesentlich vielfältiger. Von Hip Hop und Commercial über Contemporary und Heels bis hin zu Pole Dance gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Anfänger, Wiedereinsteiger und erfahrene Tänzer. Doch welcher Tanzstil passt eigentlich zu wem? Und wie findet man in Berlin einen guten Einstieg?
Warum Tanzen als Hobby immer beliebter wird
Viele Menschen verbringen einen großen Teil des Tages sitzend. Arbeit am Computer, Homeoffice und Smartphone sorgen dafür, dass Bewegung im Alltag häufig zu kurz kommt.
Ein klassisches Fitnessstudio ist allerdings nicht für jeden die passende Lösung. Gewichte, Laufband oder immer gleiche Trainingspläne können auf Dauer eintönig wirken.
Beim Tanzen ist das anders. Bewegung und Musik gehören unmittelbar zusammen. Statt Wiederholungen zu zählen, beschäftigt man sich mit Schritten, Rhythmus und Choreografien.
Dadurch trainiert Tanzen gleichzeitig mehrere Bereiche:
- Koordination
- Beweglichkeit
- Ausdauer
- Körpergefühl
- Gleichgewicht
- Rhythmusgefühl
Hinzu kommt der kreative Aspekt. Eine Choreografie ist nicht nur eine sportliche Übung, sondern immer auch Ausdruck und Interpretation von Musik.
Muss man für einen Tanzkurs besonders sportlich sein?
Nein. Gerade Anfänger überschätzen häufig die Voraussetzungen für einen ersten Tanzkurs.
Natürlich gibt es anspruchsvolle Kurse für fortgeschrittene Tänzer. Gute Tanzschulen unterscheiden deshalb zwischen verschiedenen Levels. Ein Beginner-Kurs ist ausdrücklich dafür gedacht, Grundlagen erst zu erlernen.
Niemand muss beim ersten Besuch besonders beweglich sein oder jeden Takt perfekt treffen.
Viele Fähigkeiten entstehen erst durch regelmäßiges Training. Bewegungen, die am Anfang kompliziert erscheinen, werden nach einigen Wochen zunehmend selbstverständlich.
Das gilt auch für das Rhythmusgefühl. Wer glaubt, überhaupt kein Gefühl für Musik zu haben, stellt häufig fest, dass sich die Wahrnehmung für Beats und Bewegungsabläufe sehr schnell entwickelt.
Hip Hop: Der Klassiker der urbanen Tanzszene
Hip Hop gehört zu den bekanntesten Tanzrichtungen und ist eng mit urbaner Musik- und Jugendkultur verbunden.
Im Unterricht geht es häufig zunächst um Basics, Groove und Körpergefühl. Darauf bauen später Kombinationen und Choreografien auf.
Hip Hop eignet sich besonders für Menschen, die energiegeladene Musik mögen und sich nicht ausschließlich nach streng festgelegten Bewegungsabläufen bewegen möchten.
Dabei gibt es innerhalb des urbanen Tanzes zahlreiche unterschiedliche Einflüsse und Stilrichtungen. Ein Hip-Hop-Kurs kann deshalb je nach Coach sehr unterschiedlich aussehen.
Gerade das macht den Stil interessant.
Commercial Dance: Choreografien wie aus Musikvideos
Wer Musikvideos, Live-Shows großer Künstler oder Bühnenshows verfolgt, hat Commercial Dance wahrscheinlich schon oft gesehen.
Commercial verbindet verschiedene Tanzstile miteinander. Je nach Musik können Elemente aus Hip Hop, Jazz, Street Dance oder anderen Richtungen einfließen.
Im Mittelpunkt steht häufig eine Choreografie zu einem bestimmten Song.
Der Stil eignet sich besonders für Menschen, die gerne aktuelle Musik hören und Spaß daran haben, eine komplette Performance zu lernen.
Commercial Dance ist außerdem ein gutes Beispiel dafür, dass moderner Tanz nicht klar in einzelne Schubladen eingeordnet werden muss. Coaches entwickeln häufig ihren eigenen Stil.
Contemporary: Bewegung mit mehr Freiheit
Contemporary Dance unterscheidet sich deutlich von vielen urbanen Tanzrichtungen.
Bewegungen können fließender sein, häufig wird mit dem gesamten Raum gearbeitet. Bodenarbeit, Dynamik und unterschiedliche Bewegungsqualitäten spielen ebenfalls eine Rolle.
Contemporary wirkt von außen teilweise sehr frei. Dahinter steckt jedoch viel Technik und Körperkontrolle.
Der Stil eignet sich besonders für Menschen, die Musik nicht nur rhythmisch, sondern auch emotional und körperlich interpretieren möchten.
Vorkenntnisse aus Ballett oder Jazz können hilfreich sein, sind bei entsprechenden Anfängerkursen jedoch keine Voraussetzung.
Heels: Technik, Haltung und Performance
Beim Heels Dance wird – wie der Name bereits verrät – häufig auf Absätzen getanzt.
Dabei geht es jedoch nicht einfach darum, eine normale Choreografie mit hohen Schuhen auszuführen. Körperhaltung, Lauftechnik, Balance und bewusste Bewegungen spielen eine wichtige Rolle.
Viele Menschen verbinden den Stil außerdem mit Selbstbewusstsein und Performance.
Anfänger sollten darauf achten, einen Kurs zu wählen, der tatsächlich Grundlagen vermittelt. Gerade das sichere Bewegen auf Absätzen sollte schrittweise aufgebaut werden.
Pole Dance: Kraft trifft Tanz
Pole Dance hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert und wird inzwischen von vielen Menschen als Kombination aus Tanz, Akrobatik und Krafttraining wahrgenommen.
Wer zum ersten Mal eine Pole-Class besucht, stellt schnell fest, wie viele Muskelgruppen dabei beansprucht werden.
Neben verschiedenen Figuren und Übergängen gehören auch Griffkraft, Körperspannung und Beweglichkeit zum Training.
Vorkenntnisse sind auch hier nicht zwingend notwendig. Beginner-Kurse beginnen mit Grundlagen und einfachen Bewegungen.
Berlin bietet eine außergewöhnlich große Auswahl
Der Vorteil einer Metropole wie Berlin ist die enorme Vielfalt.
Neben spezialisierten Studios gibt es größere Tanzschulen, die mehrere Richtungen unter einem Dach anbieten. Das ist besonders praktisch für Menschen, die noch nicht wissen, welcher Stil ihnen am besten gefällt.
Ein Beispiel dafür ist die D!’s Dance School in Berlin-Mitte. Die von Detlef Soost gegründete Tanzschule existiert seit 2002 und befindet sich heute in der Holzmarktstraße nahe der Jannowitzbrücke.
Dort werden zahlreiche unterschiedliche Tanzrichtungen angeboten – unter anderem Hip Hop, Commercial, Heels, Contemporary, Pole Dance, Choreography, Latin und Afro sowie Angebote für Kinder und Jugendliche.
Gerade für Einsteiger kann eine solche Auswahl interessant sein, weil man nicht schon vor der ersten Stunde entscheiden muss, welcher Tanzstil langfristig der richtige ist.
Sollte man verschiedene Tanzstile ausprobieren?
Unbedingt.
Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf Musik und Bewegung. Jemand, der sich in einem Hip-Hop-Kurs überhaupt nicht wohlfühlt, kann beispielsweise bei Contemporary oder Commercial genau den richtigen Stil entdecken.
Auch der Coach spielt eine große Rolle.
Zwei Trainer können denselben Tanzstil völlig unterschiedlich vermitteln. Musikauswahl, Geschwindigkeit, Art der Choreografien und Unterrichtsatmosphäre unterscheiden sich teilweise erheblich.
Deshalb sollte man nicht nach einer einzigen Stunde entscheiden, dass Tanzen generell nichts für einen ist.
Sinnvoller ist es, mehrere Kurse und gegebenenfalls unterschiedliche Coaches auszuprobieren.
Tanzen ist auch eine soziale Aktivität
Ein Aspekt wird beim Thema Tanzen häufig unterschätzt: die Community.
In einer Großstadt mit mehreren Millionen Einwohnern kann es paradoxerweise schwierig sein, neue Menschen kennenzulernen. Viele soziale Kontakte entstehen über Arbeit, Universität oder bereits bestehende Freundeskreise.
Regelmäßige Freizeitaktivitäten schaffen dagegen einen völlig anderen Rahmen.
In einem Tanzkurs trifft sich eine Gruppe von Menschen mit einem gemeinsamen Interesse. Man lernt dieselbe Choreografie, scheitert möglicherweise gemeinsam an derselben schwierigen Stelle und trifft sich häufig jede Woche wieder.
Dadurch entstehen Gespräche wesentlich natürlicher als in vielen anderen Situationen.
Gerade Menschen, die neu nach Berlin ziehen, nutzen Sport- und Freizeitangebote deshalb auch, um Kontakte aufzubauen.
Kann man auch mit 30, 40 oder 50 Jahren noch anfangen?
Natürlich.
Die Vorstellung, Tanzen müsse unbedingt im Kindesalter beginnen, stammt vor allem aus dem professionellen Bereich.
Wer eine Karriere als professioneller Balletttänzer anstrebt, benötigt tatsächlich viele Jahre intensives Training. Für Tanzen als Hobby oder sportlichen Ausgleich gelten vollkommen andere Voraussetzungen.
Menschen können in nahezu jedem Alter damit beginnen.
Entscheidend ist lediglich, einen Kurs zu wählen, der zum eigenen Leistungsniveau passt.
Mittlerweile gibt es in Berlin sogar spezielle Ü25-Kurse und andere Angebote, die sich bewusst an erwachsene Anfänger und Wiedereinsteiger richten.
Was braucht man für die erste Tanzstunde?
Für viele Tanzrichtungen erstaunlich wenig.
Bequeme Kleidung und geeignete Schuhe reichen meistens aus. Bei Hip Hop oder Commercial werden häufig saubere Sneaker getragen.
Bei Contemporary wird teilweise barfuß oder mit speziellen Tanzsocken trainiert. Für Heels und Pole gelten wiederum andere Anforderungen.
Wer einen Kurs bucht, sollte deshalb vorher kurz prüfen, welche Kleidung oder Schuhe empfohlen werden.
Eine Wasserflasche gehört ebenfalls in die Tasche. Moderne Tanzkurse können körperlich wesentlich anstrengender sein, als es von außen aussieht.
Wie findet man eine gute Tanzschule in Berlin?
Eine gute Tanzschule erkennt man nicht nur an bekannten Namen oder besonders spektakulären Videos auf Social Media.
Wichtiger sind praktische Kriterien.
Dazu gehören:
- verschiedene Leistungsstufen
- echte Angebote für Anfänger
- qualifizierte Coaches
- ein ausreichend großer Kursplan
- transparente Preise
- die Möglichkeit, unterschiedliche Kurse auszuprobieren
- gut erreichbare Studios
- eine angenehme Atmosphäre
Auch die Lage spielt in Berlin eine wichtige Rolle. Eine Tanzschule, für deren Besuch man jedes Mal eine Stunde durch die Stadt fahren muss, wird langfristig möglicherweise weniger häufig besucht.
Regelmäßigkeit ist jedoch einer der wichtigsten Faktoren, wenn man Fortschritte machen möchte.
Fazit: Einfach den ersten Kurs ausprobieren
Wer Tanzen lernen möchte, muss weder besonders sportlich noch besonders beweglich sein.
Berlin bietet für nahezu jeden Musikgeschmack und jedes Leistungsniveau passende Möglichkeiten. Hip Hop, Commercial, Contemporary, Heels oder Pole Dance unterscheiden sich deutlich voneinander und sprechen deshalb ganz unterschiedliche Menschen an.
Der sinnvollste Weg besteht darin, nicht wochenlang nach dem perfekten Tanzstil zu suchen.
Einfach einen Beginner-Kurs auswählen und ausprobieren.
Vielleicht passt die erste Class sofort. Vielleicht braucht es drei verschiedene Tanzstile und mehrere Coaches.
Doch genau darin liegt ein Teil des Reizes: Tanzen ist keine Sportart, bei der es nur einen richtigen Weg gibt.
Häufige Fragen zum Tanzen in Berlin
Kann ich einen Tanzkurs besuchen, obwohl ich noch nie getanzt habe?
Ja. Viele Berliner Tanzschulen bieten spezielle Beginner- oder Neubeginner-Kurse an. Dort werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt.
Welcher Tanzstil eignet sich für Anfänger?
Hip Hop, Commercial, Contemporary, Heels oder Pole Dance können grundsätzlich alle für Anfänger geeignet sein. Entscheidend ist nicht der Tanzstil, sondern dass der konkrete Kurs als Beginner-Kurs angeboten wird.
Bin ich mit über 30 zu alt für einen Tanzkurs?
Nein. Viele Erwachsene beginnen erst mit 30, 40 oder später mit dem Tanzen. Einige Tanzschulen bieten zusätzlich Kurse speziell für bestimmte Altersgruppen an.
Was kostet eine Tanzstunde in Berlin?
Die Preise unterscheiden sich je nach Studio und Buchungsmodell. Angeboten werden häufig Einzelstunden, Mehrfachkarten und monatliche Mitgliedschaften.
Welche bekannte Tanzschule gibt es in Berlin-Mitte?
Zu den etablierten Adressen gehört die D!’s Dance School von Detlef Soost. Sie wurde 2002 gegründet und befindet sich heute in der Holzmarktstraße nahe der Jannowitzbrücke.
Wie oft sollte man tanzen, um Fortschritte zu sehen?
Bereits eine regelmäßige Stunde pro Woche kann einen Unterschied machen. Wer schneller Fortschritte erzielen möchte, besucht häufig zwei oder mehr Classes pro Woche. Entscheidend ist vor allem, dauerhaft dranzubleiben.
